Muhammad Ali: eine Inspiration für Sportler und Tänzer

Der größte Champion aller Zeiten verlor am 4.Juni seinen wichtigsten Kampf. Muhammad Ali war nicht nur im Boxring ein Kämpfer! Seine Einstellung zum Leben, seine Werte und sein Glauben werden noch lange nach seinem Tod eine Inspiration für die Menschen sein. Auch als Boxer sollte sein Ehrgeiz und sein Verhalten gegenüber Gegner und Mitmenschen für uns Tänzer richtungsweisend sein und nicht nur in der Boxwelt ist Muhammad Ali ein Held! Erstaunlich ist aber auch die Beobachtung, dass die Werte, die sich über Jahrzehnte in der Breakdance Welt verfestigt haben auch in der Glaubensvorstellung von Ali wiederspiegeln.

Muhammad Ali: Worte, die unsere Herzen berühren

“I Ain’t Got No Quarrel With The VietCong…No VietCong Ever Called Me Nigger.”

Ein Zitat, das in einem Fernsehinterview deutlich machte, was Ali von Krieg und Gewalt denkt! Das sind Statements, die lange nach dem Krieg den Leuten die Augen öffnen sollte. Als bekennender Moslem weigerte er sich standhaft, als Soldat am Vietnam-Krieg teilzunehmen, weil seine moralischen Grundüberzeugungen eindeutig NEIN sagen. Jemand, der im Ring viele Gegner dominierte und sie besiegte, lehnt es ab, im Krieg andere Menschen zu beherrschen und zu töten. Glücklicherweise stand Muhammad Ali zu dieser Zeit nicht allein da! Gewalt an andere Menschen auszuüben kann niemals berechtigte Gründe haben.

Die Breakdance Szene entwickelte sich in Amerika zu dieser Zeit auch nicht als Gaudi-Veranstaltung bei einer lustigen Tanzrunde im Studio, sondern auf der Straße. Die Protagonisten dieser Zeit waren damals Afro-Amerikaner in den Ghettos und Slums von New York. Das Tanzen war ein Ausweg aus der Spirale der Gewalt! Doch auch wenn Tanzen und Boxen an sich zwei verschiedene Sportarten sind, durchlebten sie dank den einflussreichen Persönlichkeiten eine besondere Entwicklung, die sich auf die Gesellschaft auswirkte. Muhammad Ali knockte viele Gegner aus! Doch er dachte nie eine Sekunde an Hass und wollte seinen Gegnern niemals bleibende Schäden zufügen. Wenn Breakdancer gegen ihre Kontrahenten antreten, geht es darum, den Gegner zu besiegen. Aber danach gibt man sich die Hände. Diese Form des respektvollen Umgangs sollte bei allen Sportlern im Kampfsportbereich eingetrichtert werden.

I hated every minute of training, but I said, „Don’t quit. Suffer now and live the rest of your life as a champion.“

Um Champion zu werden, ist sehr viel Vorarbeit, sehr viel Schweiß und Training nötig. Andere Gegner trainierten genauso hart. Aber sein Stil war anders! Anders als die Konkurrenz trainierte er an seiner Schnelligkeit, an seiner Beweglichkeit und verzichtete auf das Bodybuilding Training mit schweren Gewichten! Zum Trainingsworkout gehörten Schattenboxen, Training mit Boxsack, Seilspringen, Laufen und Sparringstraining im Ring! Den Fortschritt seines langen, unermüdlichen Trainings sieht man in zahlreichen Kämpfen zu seinen besten Tagen. Er schwebt im Rang tatsächlich wie ein Schmetterling, die Boxhiebe der Gegner landen regelrecht ins Leere.

Gezieltes Training speziellem Fokus auf bestimmte Skills ist sportübergreifend in fast allen Disziplinen von besonderer Bedeutung. So hat man im Breakdance nicht einfach nur Tänzer, die allesamt das Gleiche können, sondern Individualisten, die ihre Fähigkeiten zum Ausdruck bringen. In dieser Hinsicht sind Sportler wahre Künstler und geben ihrer Leidenschaft ein unverkennbares Gesicht. Andernfalls würde man in der Masse der gleichen Athleten untertauchen.

Respekt, Nächstenliebe und Toleranz

… sind Werte, die leider im Zeitalter von Terror, Bedrohung und Angst manchmal nicht so stark zum Ausdruck kommen. Doch auf diesen Werten stützen wir unser Zusammenleben mit anderen. Die Frage nach Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Herkunft sollte kein Grund sein, Menschen auszuschließen. Muhammad Ali lebte diese Werte vor und sie sollten in den Nachfolge-Generationen fest verankert sein.

 foto: ©Charles LeBlanc – FlickR.com

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