Breakdancing – die wohl trendigste olympische Disziplin

Breakdancing

Die Olympischen Spiele sind wahrscheinlich der älteste sportliche Wettkampf der Welt – schließlich wurden sie bereits zur Zeit der alten Griechen ausgetragen, damals noch im namensgebenden Olympia. Erstmalig fanden sie 776 vor Christus statt, doch es sollte noch ein Weilchen dauern, bis sie zu dem globalen Megaevent wurden, das sie heute sind. Und selbst dann waren lange Zeit vor allem eher klassische Disziplinen vertreten – Sprint, Weitsprung, Diskuswerfen … Junge Zuschauer wendeten sich gelangweilt ab. Doch dann wurden langsam auch sexiere Sportarten ins Programm aufgenommen, nicht zuletzt die wunderschönen Eiskunstläufer der Olympischen Winterspiele. Und jetzt steht wieder eine neue, trendige Sportart auf dem Programm: Bereits 2018 gab es bei den Olympischen Jugendspielen eine Kategorie für Breakdancer. Wie das aufgenommen wurde und ob die Olympischen Spiele für Erwachsene bald eine ähnliche Kategorie beinhalten, erklärt dieser Artikel.

Jugendolympiade in Buenos Aires als Premiere

Premiere feierte der beeindruckende Straßentanz vergangenes Jahr bei der Jugendolympiade in Buenos Aires. Der Wettkampf kam gut an: Vor allem junge Leute verfolgten das Spektakel im Fernsehen mit oder saßen in den Zuschauerrängen – ein Ziel, welches das Internationale Olympische Komitee mit der Aufnahme des Sportes verfolgt hatte. Als erster Olympiasieger seiner Kategorie ging dabei der Tänzer Bumblebee aus Russland hervor, indem er die Jury mit einer energiegeladenen und technisch akkuraten Performance überzeugte. Doch bei den Youth Olympics dürfen nur Athleten im Alter zwischen 16 und 18 Jahren teilnehmen; dabei gibt es durchaus auch ältere Eisen in der Breakdancing-Szene, die mächtig was drauf haben.

Breaking verdient einen vollwertigen Platz

Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Breakdance nicht nur in die Jugendausgabe der Olympischen Spiele aufgenommen wird, sondern auch Breaker und Breakerinnen über 18 die Chance bekommen, auf olympischem Terrain ihr Können zu zeigen. Selbstverständlich würde davon nicht nur die Breaking-Szene profitieren. Zum einen ergeben sich hierdurch interessante Sponsoring-Möglichkeiten, über die Marken wie Nike oder Adidas noch besseren Zugriff auf Fans urbaner Kultur hätten. Zudem wäre auch Breaking ein beliebtes Ziel für Sportwetten und würde die Klientel abholen, die Sportwetten bisher mit verrauchten Fußballkneipen verbindet und nicht mit coolen Streetdance-Jams. Zu guter Letzt würden die Olympischen Spiele wieder eine Verjüngungskur abbekommen – denn die Zielgruppe der Unter-35-Jährigen sieht sich immer noch lieber MTV im Fernsehen an, als bei der Olympiade zuzuschalten.

Buenos Aires geht mit leuchtendem Beispiel voran

Buenos Aires war der Erstversuch: Bei diesem Event konnte das Olympische Komitee austesten, ob Breaking als Kategorie erfolgreich wäre. Das Urteil fällt eindeutig positiv aus: Die Zuschauer waren begeistert und das Niveau auf den Matten war hoch. Dies war unter anderem darauf zurückzuführen, dass prospektive Kandidaten ein Video von sich selbst einschicken mussten und auf diese Art und Weise eine Preselection getroffen wurde. Doch noch nicht alle sind überzeugt, weshalb Breaking auch noch nicht in die Olympischen Spiele der Erwachsenen aufgenommen wurde. Selbst aus Breaker-Reihen kommt Kritik. So bemängelt Serouj Aprahamian etwa, dass den Olympischen Spielen die Credibility in Bezug auf Breaking fehle; und da ist etwas dran: Besonders „street“ sind die Spiele nicht.

Dennoch würde Breakdancing mit einer Aufnahme in die Olympischen Spiele eine weltweite, renommierte Plattform gegeben – Allein dafür hätte sich die Aufnahme schon gelohnt.

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